Der Traum vom großen Prag
Die Prager Ratsherren träumten vom Ausbau eines großen slavischen Prag. Dieser Traum scheiterte jedoch an der Selbstverwaltung der Vororte, am Zusammenbruch der Landesfinanzen und letztlich auch an der hundertjährigen Ko-Existenz der deutschen und der tschechischen Kulturen, die durch dieses Emanzipationsvorhaben zum Zerfall bestimmt war. Ein Vortrag des Historikers Milan Hlavačka (Akademie der Wissenschaften, Prag; Karls Universität Prag).
Im Rahmen der Reihe „Wetterleuchten 1913: Prag, Wien und München vor dem Ersten Weltkrieg“ Traum und Wirklichkeit durchdringen sich oft und für das Prag der Vorkriegsjahre gilt dies doppelt: Die Prager Ratsherren träumten vom Ausbau einer (slawischen) Metropole, wollten “Auslandspolitik” betreiben, vereinigten die Verkehrsnetze, lockten die reichen Vororte in ihr Bündnis, sanierten die Stadtmitte, veranstalteten Großausstellungen, Turnfeste, den neuslawischen Kongress … Der Traum vom großen Prag scheiterte jedoch vorerst an der dickköpfigen Selbstverwaltung der Vororte, am Zusammenbruch der Landesfinanzen und der Suspendierung der Landesverwaltung, und letztlich auch an der hundertjährigen Ko-Existenz der deutschen und tschechischen Kulturen, die durch dieses Emanzipationsvorhaben zum Zerfall bestimmt war.
Prof. PhDr. Milan Hlavacka, CSc. ist Historiker im Historischen Institut der tschechischen Akademie der Wissenschaften und Dozent am Institut der tschechischen Geschichte der Karls-Universität Prag.
Karten € 6.– bei Anmeldung oder am Veranstaltungsort
Kursnummer BG 305 E
Veranstalter:Tschechisches Zentrum München, Münchner Volkshochschule, Collegium Carolinum
Foto-Quelle: © aus der Sammlung des Museums der Haupstadt Prag, Karlsbrücke, um 1910

