Jáchym Topol: Die Teufelswerkstatt
Eine Lesung und Podiumsdiskussion mit Jáchym Topol. Im Mittelpunkt steht sein Roman “Die Teufelswerkstatt” (2010, tsch. “Chladnou zemí”, 2009), eine surreale Geschichte, über das ehemalige KZ Theresienstadt steht, das zu einem Wallfahrtsort der Erinnerung geworden ist.
Im Rahmen der Konferenz “Holocaust”-Fiktion. Kunst abseits der Authentizität.
Jáchym Topol, einer der profiliertesten zeitgenössischen Autoren der tschechischen Literatur, erzählt in seinem Roman “Chladnou zemí” (2009; dt. “Die Teufelswerkstatt”, 2010) eine surreale und groteske Geschichte: Sie beginnt im ehemaligen KZ Theresienstadt, das zu einem Wallfahrtsort der Erinnerung geworden ist, an dem die Frage nach unserem Verhältnis zur Vergangenheit neu gestellt wird. Der Roman ist ein polemischer Kommentar zu aktuellen Entwicklungen in den europäischen Erinnerungskulturen, zu Opferkonkurrenzen und zur Instrumentalisierung von Geschichte. Nach der Lesung wird gemeinsam mit dem Autor diskutiert. Auf dem Podium sitzen neben Jáchym Topol: Dr. Zuzana Jürgens (Leiterin des Tschechischen Zentrums München), Dr. Andrea Löw (Historikerin, Institut für Zeitgeschichte, München) Eva Profousová (Übersetzerin von Jáchym Topol). Moderation: PD Dr. Dirk Rupnow (Historiker, Institut für Zeitgeschichte, Universität Innsbruck).
Der tschechische Schriftsteller Jáchym Topol wurde am 4. August 1962 in Prag geboren. Topol ist Sohn des Dramatikers und Shakespeare-Übersetzers Josef Topol. Seit den späten 1970er Jahren war Topol Mitglied der literarischen und musikalischen Untergrund-Bewegung in Prag. Er schrieb Texte für die Rockband Psí vojáci und beteiligte sich seit 1980 an Samizdat-Editionen. 1985 gründete er das Underground-Magazin Revolver Revue. Seit 1989 arbeitete er als Journalist für verschiedene Zeitschriften, darunter für die von ihm gegründete politische Wochenschrift Respekt. Seit 2009 ist er Redakteur der Tageszeitung Lidové noviny.

