Werner Knaupp: Fotografien ,,…den Blumen unter den Rock geschaut…”
Das Werk von Werner Knaupp war stets bestimmt von seiner Suche nach extremen Orten und Grenzerfahrungen. In den siebziger Jahren ermöglichte Prof. Dr. Felix Böcker Werner Knaupp als Hilfspfleger im Bayreuther Nervenkrankenhaus zu arbeiten. Nach dieser Zeit entstanden eindringliche Zeichnungen. Die Bilder aus der Serie „Verbrennungen“ waren inspiriert von seinem Aufenthalt in Sterbehäusern der Mutter Teresa in Kalkutta und von seiner Arbeit im Nürnberger Krematorium. In Island faszinierte ihn die Gewalt der Natur zwischen Wasser und Feuer, die die Unbedeutsamkeit des Menschen zeigt. Auf großen Acrylbildern setzte er diese Kraft in Farbmaterie um.
Zu seinem 80. Geburtstag zeigt das Kunstmuseum Bayreuth in diesem Sommer in der Ausstellungshalle im Neuen Rathaus seine neuen, großen, stark farbigen Fotoserien.
In den letzten vier Jahren ist der Künstler mit der Kamera durch den häuslichen Garten gegangen und dabei hat er den ungewöhnlichen Blickwinkel eines Insekts eingenommen, für das eine Blüte ein Haus oder ein Platz ist. Dabei erscheinen die Blüten und Blätter der Pflanzen in sehr starken Farben und Formen. Das Licht, das durch die halbtransparenten Blütenblätter fällt, verändert die Farben. Grenzen zwischen innen und außen, oben und unten, groß und klein verschwimmen. Hier wirkt eine „Natur ohne menschliches Maß“ (Knaupp).

