Ein historisch-literarischer Leseabend: Das Leben ist zum Verrücktwerden schön – Böhmische Geschichte literarisch
“Nun, mein lieber Herr Professor, das Leben ist zum Verrücktwerden. Zum Verrücktwerden schön, meine ich. Nicht dass es so wäre, aber ich sehe das so. Nicht an der Universität, da erzählen Ihnen die Wissenschaftler und Historiker immer nur, wie beschissen alles war und ist. Die Gechichte und das Leben, eine einzige Katastrophe. Und dabei ist doch, wenn man es richtig bedenkt, die Geschichte, also das, was man uns in der Schule so beibringt, nichts anderes als unsere Geschichten. Und so ein Wirtshaus, mein lieber Herr Professor, das ist eigentlich eine Universität, wo sich die Leute unterm Einfluss von Bier Geschichten erzählen, die der Seele weh tun, und die sogar noch im Entsetzlichen schön und interessant sein können.”
Aus all diesen Geschichten setzt sich eine Geschichte zusammen, die so bunt und interessant, so traurig und komisch ist, dass sie vielleicht wirklich von Dichtern erfunden worden sein könnte. Und ziemlich schnell stellt sich heraus, dass die böhmische Geschichte mit der deutschen so eng verwoben ist, dass die eine ohne die andere nicht vollständig wäre.
Der Literaturwissenschaftler, Historiker und Reiseleiter Arthur Schnabl hat literarische Texte namhafter Autorinnen und Autoren zusammengestellt – sowohl tschechischer als auch deutscher –, die einen historischen Streifzug durch die böhmische Geschichte darstellen und gleichzeitig durch die böhmisch-deutschen Beziehungen vom Mittelalter bis zur Gegenwart führen. Und da jeder Geschichtenerzähler immer auch von sich selbst erzählt, bietet dieser Leseabend auch einen vielschichtigen und spannenden Querschnitt durch die deutsch-böhmische und tschechische Literatur.
Es lesen Kateřina Karl-Brejchová und Arthur Schnabl, musikalisch unterstützt von Sepp Frank.
Für die freundliche Unterstützung dieses Leseabends danken wir dem Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds.

