Die Säuleninstallation von Magdalena Jetelová am Kunstforum Ostdeutsche Galerie ist wiederhergestellt
Die frisch renovierten vier Säulen am Eingang des Kunstforums Ostdeutsche Galerie strahlen wieder im kräftigen Rot. Anfang Juni wurde das Kunstwerk bei einem Brandanschlag schwer beschädigt. Pünktlich zur Eröffnung der Ausstellung „Oskar Kokoschka und die Prager Kulturszene“ am 26. September konnten nun die Renovierungsarbeiten am Kunstwerk zu Ende geführt werden. Die Säuleninstallation von Magdalena Jetelová prägt seit acht Jahren die Fassade des Kunstforums.
2006 erhielt die tschechische Künstlerin Magdalena Jetelová den Lovis-Corinth-Preis, den die KünstlerGilde 1974 begründete und seit 2006 gemeinsam mit dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie vergibt. Nach Künstlern wie Karl Schmidt-Rottluff, Oskar Kokoschka, Markus Lüpertz oder Katharina Sieverding war Jetelová die erste international bekannte zeitgenössische Künstlerin aus dem östlichen Europa ohne deutschen Hintergrund, an die der Preis verliehen wurde. Ein wichtiger Schritt für die Ausrichtung des Museums, das neben dem künstlerischen Erbe der ehemals deutsch geprägten Kulturräume in Mittel-, Süd- und Osteuropa auch die aktuelle Kunst aus dem östlichen Europa präsentiert.
Die Bildhauerin, Konzeptkünstlerin und Fotografin Magdalena Jetelová, wurde 1946 in Semily, einer kleinen Stadt 110 Km nördlich von Prag, geboren. Nachdem sie die Tschechoslowakei verlassen hatte, war sie zunächst als Professorin an der Staatlichen Kunstakademie Düsseldorf, von 2004 bis 2012 an der Akademie der Bildenden Künste in München tätig.
Mit dem Thema der Totalität setzte sich die Künstlerin, die selbst das sozialistische Regime in der Tschechoslowakei erlebt hatte und schließlich 1985 aus politischen Gründen nach Deutschland emigrierte, immer wieder auseinander. Die zu kippen drohenden, mit rotem Teppich bezogenen Säulen, die die Künstlerin über die Jugendstilsäulen des Regensburger Museumsbaus anbringen ließ, stellen in diesem Kontext ein Sinnbild für den Zusammenbruch totalitärer Regime dar.
Die komplexe Bedeutung der Regensburger Installation mit roten Säulen sowie Bezüge zu weiteren Werken der tschechischen Künstlerin erläutert am Donnerstag, 9. Oktober, um 19 Uhr PhDr. Gabriela Kašková in einer Kurzführung. Wie bei jedem KOG-tail wird es auch dieses Mal im Anschluss Gelegenheit geben, sich bei einem Getränk auszutauschen.

