Nationalparks ohne Grenzen
Bayern und Tschechien bauen die Zusammenarbeit der Nationalparks Bayerischer Wald und Šumava aus. Gemeinsames Ziel sei es, dass die beiden Nationalparks zu einem "europaweit bedeutenden Schutzgebiet" zusammenwachsen.
Bayerns Umweltminister Marcel Huber unterzeichnete mit dem tschechischen Umweltminister Richard Brabec am 10.07.14 in Bayerisch Eisenstein eine entsprechende Erklärung. “Die beiden Nationalparks in unmittelbarer Nachbarschaft sind herausragende Naturschätze. Wir wollen über die Grenzen hinaus einen großräumigen Urwald entstehen lassen”, sagte der CSU-Politiker. Die Nationalparks leisteten einen bedeutenden Beitrag zum Artenschutz, außerdem werden auch gemeinsame Tourismusprojekte geplant.
Der Nationalpark ist gemäß tschechischem Gesetz und auf europäischer Ebene nach der Vogelschutz-Richtlinie und der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie geschützt. Er ist ein wesentliches Teilstück des “Grünen Bandes Europa”, das wertvolle Biotope entlang des vor 25 Jahren gefallenen “Eisernen Vorhangs” miteinander verbindet. Mit dem Nationalpark Bayerischer Wald gehört er zu den größten Wildnisgebieten Mitteleuropas.
Für den Schutz des Nationalparks setzen sich mehrere Vereine und Organisationen ein. Einige werden für ihr Engagement mit einem Umwelpreis gewürdigt. So wird in diesem Jahr der undotierte Euro-Natur-Preis 2014 an die tschechische Umwelt- und Naturschutzorganisation Hnutí Duha (Bewegung Regenbogen – Friends of the Earth Tschechien) verliehen. Damit wird der 20-jährige Einsatz der Organisation für den Nationalpark Böhmerwald gewürdigt.
Die Organisation engagiert sich gegen Versuche, das Nationalparkgebiet zu zersplittern, die von der offiziellen Nationalparkleitung ausgehen. Auch das internationale Verständnis von zivilgesellschaftlichem Engagement bei Hnutí Duha sei vorbildlich, begründete Euro-Natur-Präsidentin Christel Schroeder die Wahl. Der Böhmerwald zieht sich 200 Kilometer entlang der bayerisch-tschechisch-österreichischen Grenze.
Quelle:
www.oberpfalznetz.de

