Thema des Jahres 2014 des Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds
Gemeinsames zivilgesellschaftliches Engagement von Deutschen und Tschechen in der Drogenprävention
Der Drogengebrauch ist eines der gravierendsten gesamtgesellschaftlichen Risiken, denen die Tschechische Republik und Deutschland langfristig ausgesetzt sind. Beide Gesellschaften kämpfen mit ähnlichen Problemen, nach Lösungen suchen sie jedoch nur selten gemeinsam, obwohl ein Erfahrungsaustausch für beide Seiten eine große Bereicherung sein könnte. Der Zukunftsfonds will deshalb zur Zusammenarbeit und zum Erfahrungsaustausch zwischen Organisationen ermutigen, die sich bemühen, den Risiken der Drogenabhängigkeit entgegenzutreten.
Seit einigen Jahren steigen im deutsch-tschechischen Grenzgebiet der Handel und der Konsum vor allem der Droge Crystal Meth / Pervitin stetig an. Schon der einmalige Konsum könne eine gefährliche Überdosierung bedeuten und sehr schnell zu einer psychischen Abhängigkeit mit schweren körperlichen Schäden führen, warnen Experten. Diese Droge wird zumeist in Tschechien hergestellt und über die Grenze nach Deutschland geschmuggelt.
In der Drogenproblematik steckt nicht nur deutsch-tschechisches Konfliktpotenzial, sondern auch die Chance, die Zusammenarbeit bei einem existenziellen Thema zu intensivieren und auszuweiten. Deshalb ruft der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds die Akteure der Bürgergesellschaft und des Bildungsbereiches in beiden Ländern auf, bei der Drogenprävention grenzüberschreitend zusammenzuarbeiten.
Der Deutsch-Tschechische Zukunftsfonds verfolgt dabei folgende Ziele:
- Grenzüberschreitender Erfahrungsaustausch, gemeinsame Analyse der Probleme und Suche nach komplexen Lösungen
- Anknüpfen neuer Kontakte zwischen deutschen und tschechischen Organisationen auf diesem Gebiet
- Aufklärung und Prävention mit Hilfe innovativer, wirksamer Herangehensweisen und Methoden der Information und Weiterbildung in diesem Bereich
- Intensivierung des grenzüberschreitenden Informationsaustausches zu Ursachen und Folgen der steigenden Drogenproduktion und des Drogenschmuggels im Grenzgebiet, um der Entstehung negativer Stereotype vorzubeugen
Der Zukunftsfonds spricht vor allem Nichtregierungsorganisationen sowie Schulen und auch Gemeinden in der Region an, die von diesem Problem am meisten betroffen sind. Die Förderung seitens des Zukunftsfonds sollte die bisher unternommenen Schritte der einzelnen staatlichen Organe um das Engagement der Zivilgesellschaft und der Bildungsinstitutionen um dessen grenzüberschreitende Dimension erweitern.
Besonders erwünscht ist die Einbindung von Schulen, die mit ihren Partnern schon gemeinsame Projekte zur Drogenprävention und Aufklärung durchführen oder eine solche Zusammenarbeit planen. Es sollte sich vor allem um innovative und wirkungsvolle Methoden handeln, welche die veralteten und unwirksamen Bildungsformen auf diesem Gebiet ablösen. Für ebenso wichtig halten wir Aktivitäten von Nichtregierungsorganisationen, die sich der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen widmen und ihnen helfen, ihre persönlichen Werte im Leben zu erkennen und ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. Große Möglichkeiten eröffnen sich gerade bei der Übertragung von Methoden und Modellen, die sich in einem Land bewährt haben, auf das andere Land.
Schwerpunkt der Projekte können z. B. verschiedene Bildungs- und Aufklärungsprogramme für Jugendliche, Seminare, Workshops oder thematisch orientierte Schulaustausche sein.
Informationen zur Antragstellung: Der beim Zukunftsfonds beantragte Zuschuss darf beim Thema des Jahres anstelle der sonst üblichen 50 % einen Anteil von bis zu 70 % der Projektgesamtkosten ausmachen.
Der frühestmögliche Termin für die Antragstellung ist der 31.12.2013.
Über die Förderung der zu diesem Datum gestellten Anträge wird zum Ende des darauffolgenden Quartals entschieden. Projekte aus diesem Themenbereich können also ab dem zweiten Quartal 2014 realisiert werden.
Sollten Sie beabsichtigen, einen Antrag mit diesem Themenschwerpunkt zu stellen, so empfehlen wir Ihnen eine vorherige Beratung zum Projektvorhaben. Die Mitarbeiter des Sekretariats stehen Ihnen gerne zur Verfügung.

