Der Bezirk Oberpfalz verlieh den Kulturpreis 2013
Der Bezirk Oberpfalz hat den Schriftsteller Friedrich Brandl, das Orchester am Singrün und den Bildhauer Erwin Otte mit dem Kulturpreis 2013 ausgezeichnet.
Der in Amberg lebende Autor Friedrich Brandl, das Regensburger Orchester am Singrün und der in Reuth bei Erbendorf (Landkreis Tirschenreuth) arbeitende Bildhauer Erwin Otte sind die Träger des diesjährigen Kulturpreises des Bezirks Oberpfalz. Der Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz 2013 geht an die Naabtal-Realschule Nabburg (Landkreis Schwandorf), an die Gustav-von-Schlör-Schule in Weiden und an die Staatliche Realschule Vohenstrauß (Landkreis Neustadt a.d. Waldnaab).
Diese Entscheidungen fielten einstimmig im Kulturausschuss des Bezirkstags der Oberpfalz unter Vorsitz von Präsident Franz Löffler. Der 1946 in Amberg geborene Schriftsteller Friedrich Brandl erhielt für sein „beeindruckendes literarisches Werk“, so Bezirksheimatpfleger Dr. Tobias Appl, den mit 3.500 Euro dotierten Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz in der Kategorie „Literatur“. Brandl, der hauptberuflich als Lehrer arbeitet, macht in seinen Werken nicht nur seine Amberger Kindheit und Jugend, sondern die Oberpfalz insgesamt zum Thema. So widmete er den drei Oberpfälzer Gesteinsarten Schiefer, Granit und Kalk eine Gedichttrilogie. Für die Jury bemerkenswert ist Brandls literarische Sensibilität und Phantasie, sein Wechsel zwischen Hochsprache und Dialekt verleiht seinen Arbeiten „eine unvergleichliche Note.“
In der Kategorie „Orchester“ ging der ebenfalls mit 3.500 Euro dotierte Kulturpreis des Bezirks Oberpfalz an das „Orchester am Singrün“ in Regensburg. Vor über 25 Jahren startete das damalige Kammerorchester als Verein, mittlerweile hat es längst die Größe eines Symphonieorchesters erreicht. Das Orchester setzt sich zum allergrößten Teil aus Amateur- und Laienmusikern zusammen und ist basisdemokratisch organisiert. „Das sehr anspruchsvolle Repertoire auf hohem Niveau“ unter dem Dirigenten Lutz Landwehr von Pragenau hat die Jury bei der Auswahl besonders überzeugt.
Der in Reuth bei Erbendorf lebende Künstler Erwin Otte ist Träger des Kulturpreises des Bezirks Oberpfalz in der Kategorie „Bildhauerei“. „Seine Werke haben höchste Qualität und sind in der ganzen Oberpfalz präsent“, lobte Bezirkstagspräsident Franz Löffler den ebenfalls mit 3.500 Euro ausgezeichneten Künstler. Otte arbeitet viel mit heimischen Naturmaterialien wie Granit und Glas und hat sich auch als Maler sowie Licht- und Installationskünstler international einen Namen gemacht.
Für den Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz sichteten die Juroren insgesamt 29 Vorschläge, der Preis ist mit jeweils 1000 Euro dotiert. Die im Bereich „Soziokultur“ ausgezeichnete Naabtal-Realschule Nabburg hat sich im Katholischen Religionsunterricht der 8. Klasse intensiv mit dem Thema Umgang mit Lebensmitteln und den Ursachen des Hungers in der Welt beschäftigt. Entstanden ist dabei ein Restekochbuch, aus dessen Verkaufserlös konkret ein Misereor-Projekt unterstützt wird. Außerdem wurde ein Werbespot zum Kochbuch gedreht, Lebensmittel für den Pausenverkauf bearbeitet und vieles mehr. Für die Jury ein „außerordentlich kreatives Projekt, das in seiner Breitenwirkung weit über den schulischen Rahmen hinausgeht.“
Für die Jury preiswürdiges Theater inszeniert die Theatergruppe der Staatlichen Fach- und Berufsoberschule Weiden. An den Aufführungen ist die ganze Schule von der Arbeitsgruppe Öffentlichkeitsarbeit bis zum „Elektropraktikum“ beteiligt, das sich etwa um die Lichttechnik kümmert. Besonders überzeugend fand die Jury bei der Auswahl dieses Preisträgers in der Kategorie „künstlerisch-ästhetisches Handeln“, dass neben der ganzheitlichen Erziehung durch das Theaterspiel in der Zusammenarbeit verschiedener Schultypen auch Schüler mit Migrationshintergrund und aus bildungsfernen Schichten integriert werden.
Die in dem Bereich „Soziokultur und künstlerisch-ästhetisches Handeln“ ausgezeichnete Staatliche Realschule Vohenstrauß hat auf der Homepage der Schule ein „Dialekteckerl“ eingerichtet, das Oberpfälzer Dialektbegriffe optisch und akustisch darstellt. Außerdem wurde von Schülern eine sehr gut gestaltete Broschüre über die Geschichte der eigenen Heimat anhand persönlicher Lebensgeschichten bis zur Generation der Urgroßeltern erarbeitet, auch die Beziehungen zu Tschechien werden thematisiert. Die Jury lobte diese Vielzahl an Einzelprojekten als „sehr innovativ, um eine breite Öffentlichkeit über die Oberpfalz, seine Sprache und Geschichte zu informieren.“ Die Schüler lernen dabei, dass Sprach- und Heimatforschung, Sozial- und individuelle Lebensgeschichte eng zusammenhängen.
Die Preisverleihungen für den Kulturpreis und den Jugend-Kulturförderpreis des Bezirks Oberpfalz fanden im Herbst dieses Jahres statt.

